datenraume
Immobilienverkauf · Mai 2026Veröffentlicht ·

Asset Deal vs. Share Deal:
Datenraum für den Immobilienverkauf

Welche Struktur passt zu Ihrem Verkauf? Wir vergleichen Asset Deal und Share Deal steuerlich, rechtlich und operativ — und zeigen, wie der Datenraum für beide Varianten unterschiedlich aufzusetzen ist.

Lesezeit · ca. 12 Min.Strukturen · 2Dokumenten-Sets · 2
TL;DR
  • Asset Deal: einfache Struktur, Grunderwerbsteuer auf den Kaufpreis, Käufer übernimmt nur das Objekt.
  • Share Deal: Übernahme der Objektgesellschaft, seit Reform 2021 ab 90 % Anteilskauf grunderwerbsteuerpflichtig.
  • Datenraum Asset Deal: Objekt-zentriert, 8–10 Hauptordner. Empfehlung: Papermark.
  • Datenraum Share Deal: zusätzlich Gesellschaftsdaten, 12–15 Hauptordner. Empfehlung: Papermark Pro oder Drooms.
Inhalt
  1. 1. Asset Deal vs. Share Deal im Überblick
  2. 2. Steuerliche Unterschiede
  3. 3. Datenraum für Asset Deals
  4. 4. Datenraum für Share Deals
  5. 5. Welche Struktur, wann?
  6. 6. Empfohlene Tools
  7. 7. 6 typische Fehler
  8. 8. FAQ
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Empfehlung für Immobilien-Verkäufer

Papermark: ein Datenraum für beide Strukturen

Papermark eignet sich sowohl für Single-Asset-Verkäufe als auch für Share Deals mittlerer Größe. Deutscher Firmensitz München, EU-Rechenzentren, SOC 2, DSGVO, AES-256 — der Sicherheits-Stack, den Käufer und Notare erwarten, ab 59 € / Monat.

1. Asset Deal vs. Share Deal im Überblick

KriteriumAsset DealShare Deal
ÜbertragungsobjektEinzelne Vermögenswerte (Grundstück + Gebäude)Anteile an der Objektgesellschaft
NotarpflichtJa (§ 311b BGB)Bei GmbH ja (§ 15 GmbHG); bei KG nein
GrunderwerbsteuerAuf Kaufpreis (5–6,5 %)Ab 90 % Anteilskauf (Reform 2021)
HaftungsübergangSelektiv, vertraglich definiertKomplett, ggf. Altlasten
Mietverhältnisse§ 566 BGB Kauf bricht nicht MieteBleiben unverändert
Due-Diligence-AufwandNiedrigerHöher (Gesellschaft + Objekt)
Datenraum-Größe8–10 Ordner12–15 Ordner
Käufer-KomplexitätStrategischer Käufer / EigennutzerInstitutionelle Investoren, Fonds

2. Steuerliche Unterschiede

Grunderwerbsteuer beim Asset Deal

Fällig auf den Kaufpreis. Sätze je Bundesland: 3,5 % (Bayern, Sachsen) bis 6,5 % (NRW, SH, Brandenburg). Käufer trägt die Steuer typischerweise — vertraglich abdingbar.

Grunderwerbsteuer beim Share Deal nach Reform 2021

Auslösung ab 90 % (vorher 95 %) der Anteile innerhalb von 10 Jahren (vorher 5 Jahre). Damit sind klassische RETT-Blocker-Strukturen mit 5,1 %-Co-Investor weitgehend ausgehebelt. Strukturierungen erfordern heute 11 % Co-Investor-Anteil über 10 Jahre — operativ deutlich komplexer.

Umsatzsteuer-Option (§ 9 UStG)

Bei gewerblicher Vermietung Option zur Steuerpflicht möglich. Asset Deal: Vorsteuerabzug für Käufer relevant. Share Deal: Gesellschaft führt USt-Status fort — zu prüfen vor Closing.

Abschreibungs-Step-Up

Asset Deal ermöglicht Step-Up der AfA-Basis auf Kaufpreis. Share Deal: kein Step-Up auf Gebäude-Ebene, da Anteile übergehen — relevant für Renditerechnung des Käufers.

3. Datenraum für Asset Deals

Beim Asset Deal steht das Objekt im Mittelpunkt. Der Datenraum konzentriert sich auf 8–10 Hauptordner:

  • 01 Objekt-Stammdaten (Grundbuch, Lage, Flur)
  • 02 Bau & Technik (Pläne, Genehmigungen, Energieausweis)
  • 03 Mietverhältnisse (Verträge, Mieterliste pseudonymisiert)
  • 04 Finanzen (Cashflow, Capex)
  • 05 Verträge (Verwaltung, Wartung, Versicherung)
  • 06 Recht (Dienstbarkeiten, Streitigkeiten)
  • 07 Steuern (Grundsteuer, USt-Optionen)
  • 08 ESG (Energieeffizienz, EU-Taxonomie)
  • 09 Versicherungen & Schäden
  • 10 Behörden & Genehmigungen

4. Datenraum für Share Deals

Beim Share Deal kommen zur Objekt-Sicht die Gesellschaftsdaten dazu. Der Datenraum umfasst zusätzliche 4–6 Ordner:

  • 11 Gesellschaft (Satzung, Handelsregister, Cap Table)
  • 12 Bilanzen & Steuern (3 Jahre Bilanz, Steuererklärungen, Betriebsprüfung)
  • 13 Geschäftsführung (Verträge, Bestellungen, D&O-Versicherung)
  • 14 Konzernverflechtungen (Beteiligungen, Verrechnungspreise)
  • 15 Mitarbeiter (sofern Gesellschaft eigene MA hat)
  • 16 Bankverbindungen & Finanzierungen (Darlehen, Sicherheiten)

Plus die 10 Asset-Deal-Ordner. Damit sind 16+ Hauptordner Standard — entsprechend braucht der Datenraum eine durchdachte Berechtigungs-Struktur, damit Bieter nicht in irrelevante Bereiche driften.

5. Welche Struktur, wann?

Asset Deal sinnvoll wenn …

Käufer Eigennutzer ist, Altlasten ausgeschlossen werden sollen, Step-Up der AfA wichtig ist, einfache rechtliche Struktur gewünscht ist, Verkäufer-Gesellschaft fortbesteht und weitere Objekte hält.

Share Deal sinnvoll wenn …

Verkauf einer Single-Purpose-Vehicle-Gesellschaft (typisch Joint Venture, Fonds-Struktur), Mietverträge unverändert bleiben sollen, Käufer institutioneller Investor mit Fonds-Vehikel ist, Verkäufer Reinvestments steueroptimiert plant.

Hybride Struktur

Bei Großportfolios oft: Teile als Asset Deal, andere als Share Deal — abhängig von Halteperioden, Optionen und steuerlichen Verlustvorträgen. Hier ist saubere Datenraum-Aufteilung kritisch.

6. Empfohlene Tools

Single-Asset-Deal bis 20 Mio. €

Papermark Pro (59 € / Monat). Schnelle Einrichtung, deutsche Hosting, alle Sicherheits-Features, KI-Chat für Mietvertrags-Recherche.

Asset Deal mittleres Portfolio (20–100 Mio. €)

Papermark Pro oder netfiles. Bei mehr als 50 Objekten Drooms wegen Bulk-Upload-Templates.

Share Deal mittleres Portfolio

Papermark Pro / Data Rooms oder Drooms. Wegen zusätzlicher Gesellschaftsdaten saubere Berechtigungsstruktur essentiell.

Großportfolio Asset oder Share (> 100 Mio. €)

Drooms — europäischer Marktstandard für Immobilien mit Asset-Lifecycle-Management.

Cross-Border-Deal

Imprima (KI-Index, UK/IE-Basis) oder Datasite.

7. 6 typische Fehler

  1. Falsche Struktur-Wahl ohne Steuerberater. Share Deal nach 2021-Reform ist komplex — pre-Deal-Tax-Strukturierung ist Pflicht.
  2. Personenbezogene Mieterdaten unverschlüsselt. Klarnamen in Phase 1 sind ein DSGVO-Vorfall.
  3. Fehlende Mängel-Disclosure. Wer Wasserschäden, Brandlasten oder Asbest verschweigt, riskiert spätere Anfechtung.
  4. Veraltete Energieausweise. Seit 2024 verschärfte Anforderungen — alte Ausweise können den Deal verzögern.
  5. Bei Share Deal: keine Trennung Gesellschaft/Objekt im Datenraum. Bieter müssen Gesellschaftsdaten und Objektdaten klar getrennt prüfen können.
  6. Keine vorbereiteten Notar-Anlagen. Notar-Termin verzögert sich, weil Anlagen ad-hoc zusammengestellt werden müssen.
FAQ · Funktionen & Sicherheit

Häufige Fragen

Asset Deal oder Share Deal — was ist besser?

Es kommt auf Steuerstruktur, Haftungsthemen und Käufer-Profil an. Asset Deal: einfacher rechtlich, Grunderwerbsteuer fällt an. Share Deal: häufig steueroptimiert (RETT-Blocker, Share-Deal-Schwelle), aber komplexere Due Diligence der Objektgesellschaft. Seit der Reform 2021 sind Share Deals in Deutschland strenger reguliert.

Welche Dokumente brauche ich für einen Asset Deal?

Objekt-zentriert: Grundbuch, Bauakten, Mietverträge, Energieausweis, Versicherungen, Wartungsverträge, Behörden-Korrespondenz. Keine Gesellschaftsdaten nötig.

Welche zusätzlichen Dokumente kommen beim Share Deal dazu?

Gesellschaftsverträge, Handelsregisterauszug, Bilanzen 3 Jahre, Steuererklärungen, Cap Table der Objektgesellschaft, Geschäftsführer-Verträge, ggf. Konzernverflechtungen, ESOP/VSOP.

Welcher Datenraum eignet sich für welche Struktur?

Single-Asset-Verkäufe (Asset Deal) bis 50 Mio. €: Papermark — schnelles Setup, günstig, deutscher Anbieter. Share Deals und größere Asset-Deal-Portfolios: Drooms (M&A-Erfahrung) oder Papermark Pro / Data Rooms.

Wann fällt Grunderwerbsteuer an?

Beim Asset Deal grundsätzlich auf den Kaufpreis (5–6,5 % je Bundesland). Beim Share Deal seit der Reform 2021 ab 90 % der Anteile innerhalb von 10 Jahren. Vorher waren es 95 % innerhalb von 5 Jahren — die Reform hat Share-Deal-Strukturierungen deutlich erschwert.

Welche Notarpflichten gelten?

Asset Deal mit Immobilien-Übertragung: Notarpflicht nach § 311b BGB. Share Deal mit GmbH-Anteilen: Notarpflicht nach § 15 GmbHG. Bei Personengesellschaften (KG, GbR) keine Notarpflicht — aber Grundbuch-Eintragung weiterhin nötig.

Wie schwärze ich personenbezogene Mieterdaten korrekt?

Pseudonymisierung über Mieter-IDs, geschwärzte PDFs (z. B. mit Adobe Pro oder Papermark/Imprima KI-Redaction). Phase-1-Datenraum nur pseudonymisiert. Phase 2 unter NDA mit dokumentierter Interessenabwägung nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO.

Was ist die typische Q&A-Last bei Immobilien-Deals?

Asset Deal Single Asset: 50–150 Fragen. Asset Deal mittleres Portfolio: 200–800 Fragen. Share Deal mittleres Portfolio: 400–1.500 Fragen (Gesellschaftsfragen kommen dazu). Bei strukturierten Q&A-Workflows (Drooms, Papermark) sind Antwort-SLAs von 48–72 Stunden Standard.

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